TEAM PELLADONI - Sidecarcross Schweiz

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TEAM PELLADONI

Schon als kleiner Knirps besuchte ich mit meinen Eltern Motocross-Rennen in der Schweiz. Besonders fasziniert hatten mich schon damals vorallem die Seitenwagen. Später besuchte ich natürlich noch immer viele Rennen und lernte dabei den im gleichen Ort wohnenden, viel zu früh verstorbenen Werner Muggli (R.I.P) kennen und hatte damit die Gelegenheit, noch etwas mehr hinter die Kulissen dieses Sports zu sehen.

Der Virus war damit endgültig gesetzt und da ein damaliger Guggemuusig-Kollege Roger Glenz sich ebenfalls für diesen Sport begeisterte, wurde eines schönen Tages die Idee geboren, sich zusammen in diesem Sport zu versuchen. 1989 war es dann soweit. Zwar erst im für Motocross-Anfänger praktisch biblischen Alter von bereits 24 Jahren, aber besser spät als nie...

Werner Muggli hatte seine Karriere kurz zuvor beendet, hatte aber natürlich noch guten Kontakt zur Szene und half uns, ein Gespann (EML-Kawaski von Martin Oesch) sowie einen geeigneten Transporter (einen alten Mercedes 409) zu ergattern. Die ersten fast schon katastrophalen Fahrversuche folgten dann im Januar 1990 in Niederbipp auf einer sehr tiefen Piste. Im zweiten Training auf der selben Piste bei besseren Verhältnissen konnten wir dann aber doch schon erste Runden ziehen, stürzten aber wegen eines technischen Defektes und Roger brach sich bei dieser Gelegenheit gleich mal das Schlüsselbein.
Wir liessen uns dadurch aber nicht unterkriegen, trainierten nach der Zwangspause weiter und konnten dann in der Saison 1990 unser allererstes Clubrennen (beim damaligen Club AMC Mittelland) in Malpensa/Italien fahren. Ebenso reichte es noch für die zwei letzten Meisterschafts-Rennen der Kategorie FMS National in Roggenburg und Ederswiler, wo wir tatsächlich unsere ersten Punkte einfahren konnten.
Nach guten Wintertrainings unter anderem in Asti/Italien (bei Nachttemperaturen unter -10°C im ungeheizten Bus) entschloss sich Roger Glenz leider, den Sport aufzugeben. Schade, harmonierten wir doch immer besser und gewannen kontinuierlich an Technik und Tempo. Mit Michael Nussbaumer fand ich einen Plampi, welcher diesen Sport erlernen wollte. Nach ein paar Probetrainings auf der damaligen Trainingspiste unseres Clubs (MC Roggenburg) absolvierten wir noch weitere in Frankreich. Im Juli wollten wir dann in die Meisterschaft eingreifen und schrieben uns für das Rennen im Rahmen der "Trophée Franco-Suisse" (gemeinsame Meisterschaft mit französischen Gespannen) in Rothenthurm ein, welches parallel zu Läufen der Sidecar-Weltmeisterschaft stattfand. Damit begann offenbar auch meine "Hassliebe" zu dieser Piste, denn schon im Zeittraining hatten wir einen Motorschaden zu verzeichnen. Einen Ersatzmotor konnten wir uns damals noch nicht leisten. Werner Muggli und Tommy Bohrer schafften es zwar, den Motor aus- und wieder zusammenzubauen, was allerdings nichts half. Fahrer und Passagier standen bereits am Vorstart und konnten nur noch mitansehen, wie der Motor beim Ankicken definitiv und wortwörtlich in Rauch aufging.
Nach einigen gemeinsamen Rennen in der Schweiz und Frankreich stand dann im Juli 1992 erneut Rothenthurm auf dem Programm. 1991 staubtrocken, 1992 supernass und schlammig. Wir kamen wie einige andere Teams mit diesen Bedingungen nicht zurecht und blieben immer wieder stecken. Das war für Michi offenbar "des schlechten" zuviel und er erschien nicht zum Start des dritten Laufes, worauf die Zusammenarbeit beendet wurde.
Auf Michi folgte ein leider nur kurzes Intermezzo mit René Manser, welcher bis anhin im befreundeten Team Wendelspiess/Schlienger als Mechaniker dabei war. Nach ein paar vielversprechenden Trainings beschlossen wir definitiv zusammen zu spannen, für ihn eine Lizenz zu lösen und den Rest der Meisterschaft 1992 zu fahren. Dazu kam es aber nicht mehr, weil sich René den Fuss heftig verletzte und danach den Motocross-Sport bereits wieder aufgeben musste. Trotzdem ein kurze und gute Zeit mit ihm!
Es folgte Mario Maier, welcher schon früher hin- und wieder als "Plampi" bei mir schnupperte. Im Mai 1993 starteten wir dann zum ersten gemeinsamen Rennen auf der schönen Piste in Mothern (F), im Rahmen der AMCM-Clubmeisterschaft. Es lief wie geschmiert und wir durften sowohl für die Rennen von Samstag als auch Sonntag gleich Pokale mit nach Hause nehmen. Zwar waren zugegebenermassen nur sechs Teams am Start :-), trotzdem sind solche Kübel immer schöne Erinnerungen an die Rennen und es sollten in diesem Jahr noch ein paar "Club-Pokale" folgen. Nicht so schöne Erinnerungen haben wir an das letzte FMS-Meisterschaftsrennen in Ederswiler. Auf der sehr schwer zu befahrenden Piste rutschte Mario mit dem Fuss von der Platte, setzte am Boden kurz auf und brach sich dabei den Fuss. Für das noch ausstehende AMCM-Clubrennen in Martigny stellte sich Michel Schmidlin (zu ihm später mehr) zur Verfügung und Dank seiner Hilfe konnten wir den 3. Gesamtrang in dieser Clubmeisterschaft verteidigen.
1994 folgte dann der Wechsel auf eine EML-YAMAHA mit toller Unterstützung der damaligen YAMAHA-Vertretung von "moto hell" in Arlesheim. Mit Mario folgten viele Rennen in der Schweiz, Frankreich (coole Rennen mit teils aber langen Anfahrtswegen im Rahmen der "Trophée Franco-Suisse"), Italien und Deutschland. Ab 1996 beteiligten wir uns auch erstmals an der "SAM"-Meisterschaft. Es war dies in Sachen Trainings und Rennen die zeitintensivste Phase. Zum Ende der Saison 1996 beendete Mario (vorläufig) seine Karriere, da er - zwischenzeitlich Papi geworden - verständlicherweise etwas mehr Zeit für die Familie haben wollte.
Zur Saison 1997 hin fand Matthias Heger zum Team. Wir kannten uns von der oben erwähnten Firma "moto hell", bei welcher er als Mechaniker arbeitete. Gerade als die Trainings immer besser liefen, brach er sich leider beim Mountainbiken den Arm und wir mussten die Saison beenden, bevor sie richtig angefangen hatte. Ab dem Jahr 1998 konnten wir aber weitgehend verletzungsfrei viele Rennen zusammen fahren. Ende 2000 musste dann Matthias aus zeitlichen/beruflichen Gründen den Seitenwagensport aufgeben.
Nicht vergessen gehen soll Peppo Bucher. Er war eigentlich Passagier bei Koni Scherrer. Mit ihnen zusammen fuhren wir viele Rennen und Trainings (unvergesslich das Winter-Trainingslager 2001 in Cremona (Italien). Er stieg für das SAM-Auftaktrennen in Glattfelden/ZH aushilfsweise für ein Rennen bei mir ein.
Ab 2001 stieg Michel Schmidlin - der wie erwähnt schon früher ausgeholfen hatte - bei mir ein. 2002 folgte zudem der Wechsel auf eine Viertakt-YAMAHA, welche wir mit toller Unterstützung von Ex-Plampi Matthias Heger bei der Firma "moto hell" aufbauen durften. Mit den 426ccm waren wir im Vergleich zur Konkurrenz etwas untermotorisiert und konnten tempomässig nicht ganz mithalten, dennoch machte der Viertakter Spass. Denn genau das stand mittlerweilen auch im Vordergrund, da ich auch aus beruflichen Gründen etwas weniger Zeit in den Sport investieren konnte.
Die Saison 2004 bestritt dann Michel mit Marco Schifferle, da seine Ambitionen noch etwas höher waren. Mario Maier kehrte ins Team zurück. Diese beiden wechselten sich dann in meinen zwei letzten Rennsaisons 2005 und 2006 immer wieder 'mal ab, je nachdem, wer aufgrund ihrer sonstigen Verpflichtungen verfügbar und fit war. Mit den letzten SAM-Meisterschaftsläufen in Amriswil/TG am 24. September 2006 beendete ich dann meine Aktivkarriere.
Ich durfte in diesen 17 Jahren vieles erleben und tolle Menschen kennenlernen. Ich habe "ups und downs" des Sportes kennengelernt. Obwohl von Anfang an aus diversen Gründen klar war, dass keine Ambitionen auf Spitzenklassierungen in den nationalen oder gar internationalen Kategorien bestanden, habe ich viel Zeit und Geld in dieses Hobby investiert. Ich bereue aber kaum eine Minute oder einen Franken und denke an sehr viele positive und nur ganz wenige negative Erlebnisse zurück.

Das waren meine Gespanne:
Mein Dank geht an alle Freunde, Familienmitglieder, Passagiere, Helfer und Sponsoren, welche mich in der ganze Zeit unterstützt haben. Und das waren in 17 Jahren Motocross doch einige. Es würde den Rahmen sprengen, hier alle aufzählen zu wollen. Der grösste Dank geht aber an meine bessere Hälfte Silvia. Ohne sie hätte ich mit dem Sport gar nie anfangen können und sie war all die Jahre als tatkräftige Helferin dabei und hat mich und die verschiedenen Passagiere immer super unterstützt, sei es als Köchin, Helferin, Zeitnehmerin, Hilfsmechanikerin, Supporterin oder schlicht und einfach die gute Seele im Team.

Vielen Dank!!!
Pascal

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